Menopause & Krafttraining: So bleibst du stark, gesund und voller Energie!

Jetzt Folgen

Warum ist Krafttraining in der Menopause unverzichtbar?

Die Wechseljahre sind eine Zeit großer Veränderungen – sowohl hormonell als auch körperlich. Doch anstatt diesen Wandel passiv hinzunehmen, gibt es eine kraftvolle Strategie, um den typischen Begleiterscheinungen entgegenzuwirken: Krafttraining. Regelmäßiges Training mit Gewichten kann nicht nur den altersbedingten Muskel- und Knochenschwund verlangsamen, sondern auch zahlreiche gesundheitliche Vorteile bieten.

Muskelabbau und Knochenschwund – die unsichtbare Gefahr in der Menopause

Nach dem 30. Lebensjahr beginnt der Körper Muskelmasse abzubauen – und dieser Prozess beschleunigt sich während der Menopause. Ohne gezieltes Training können Frauen pro Jahrzehnt bis zu 8 % ihrer Muskelmasse verlieren. Gleichzeitig nimmt auch die Knochendichte ab, was das Risiko für Osteopenie und Osteoporose erheblich steigert. Studien zeigen, dass Frauen zwischen 50 und 54 Jahren jährlich etwa 4,4 % ihrer Knochendichte verlieren – eine alarmierende Zahl!

Die gute Nachricht? Mit gezieltem Krafttraining kann dieser Prozess verlangsamt oder sogar umgekehrt werden.

Die Verbindung zwischen Hormonen, Muskeln und Krafttraining

Östrogen spielt eine Schlüsselrolle für die Muskelfunktion und Knochengesundheit. Während der fruchtbaren Jahre unterstützt das Hormon den Muskelaufbau, indem es Östrogenrezeptoren in den Muskelfasern aktiviert und die Bildung von Mitochondrien – den Energiekraftwerken unserer Zellen – fördert. Mit dem Absinken des Östrogenspiegels in der Menopause wird dieser Prozess gestört, was zu einem schnelleren Muskelabbau und erhöhter Erschöpfung führt.

Die Lösung? „Lift heavy sh⁕t!“ – also schweres Krafttraining. Denn durch gezieltes Heben schwerer Gewichte werden genau die Muskelfasern stimuliert, die mit abnehmendem Östrogenspiegel an Aktivität verlieren. Das Ergebnis: stärkere Muskeln, stabilere Knochen und ein höherer Energielevel.

Wie funktioniert Krafttraining während der Menopause am besten?

Krafttraining ist mehr als nur ein bisschen Bewegung – es geht darum, gezielt Maximalkraft aufzubauen. Dafür sollte man sich auf Übungen konzentrieren, die große Muskelgruppen beanspruchen, wie:

  • Kniebeugen

  • Kreuzheben

  • Bankdrücken

  • Klimmzüge

  • Schulterdrücken

Durch das Heben schwerer Gewichte verbessert sich nicht nur die Muskelkraft, sondern auch die Knochendichte. Dabei ist es wichtig, sich progressiv zu steigern, um kontinuierlich Fortschritte zu erzielen.

Die wichtigsten Vorteile von Krafttraining in den Wechseljahren

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Krafttraining während der Menopause zahlreiche Vorteile bietet: ✔ Erhalt und Aufbau von MuskelmasseStärkung der Knochen und Vorbeugung von Osteoporose ✔ Verbesserung der Gelenkgesundheit und Reduktion von Schmerzen ✔ Steigerung des Stoffwechsels, wodurch das Abnehmen erleichtert wird ✔ Reduktion von Bauchfett (viszerales Fett) ✔ Verbesserung der Schlafqualität und Reduzierung von Hitzewallungen ✔ Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems ✔ Verminderung von psychischen Beschwerden wie Angst, Depression oder Konzentrationsstörungen ✔ Erhöhung der allgemeinen Energie und Lebensqualität

Wann und wie oft sollte man trainieren?

Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, mit Krafttraining zu beginnen! Egal in welcher Phase der Menopause du dich befindest, du kannst jederzeit mit einem strukturierten Krafttraining starten. Ich empfehle 2-3 Trainingseinheiten pro Woche à 55 Minuten – das reicht aus, um signifikante Verbesserungen zu erzielen.

Fazit:

Krafttraining ist der Schlüssel, um die Herausforderungen der Menopause aktiv zu meistern. Also schnapp dir die Gewichte, spüre deine Kraft und mach dich bereit, stärker als je zuvor zu werden!

Über die Autorin

Antoinette Manhart

Antoinette Manhart ist Expertin für die Menopause und unterstützt Frauen mit individuell abgestimmten Lösungen. Mit fundiertem Fachwissen hilft sie ihnen, diese Lebensphase gesund und selbstbewusst zu gestalten.

www.menopausecoach.at

Quellen:

  1. Berger C., Langsetmo L., Joseph L. Hanley DA, Davison KS, Josse R, et al. Change in bone mineral density as a function of age in women and men and association with the use of antiresorptive agents. CMAJ. 2008 Jun 17
  2. Sözen T, Özisik L, Basaran NC. An overview and managament of osteoporosies. Eur J Rheumatol Inflamm. 2017 Mar.
  3. Liu CJ, Latham NK. Progressive resistance strength training for improving physical function in older adults. Cochrane Database Syst. Rev. 2009 Juli 8
  4. Law TD, Clark LA, Clark BC. Resistance Exercise to Prevent and Manage Sarcopenia and Dynapenia. Annu Rev Gerontol Geriatr. 2016
  5. Paddon-Jones D, Rassmussen BB. Dietary protein recommendations and the prevention of sarcopenia. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2009 Jan
  6. Westcott WL. Resistance Training is medicine: effects of strength training on health. Curr Sports Med Rep. 2012 Juli- August
  7. Berin E, Hammar M, Linblom H, Lindh-Astrand L, Spetz Holm AC. Effects of resistance training om quality of life in postmenopausal women with vasomotor symptoms. Climacteric. 2022 Jun.
  8. Ludyga S, Gerber M, Pühse U, Looser VN, Kamijo K. Systematic review and meta-analysis investigating moderators of long-term effects of exercise on cognition in healthy individuals. Nat Hum Behav. 2020 Jun
  1. Ruegsegger GN, Booth FW. Health Benefits of Exercise. Cold Spring Harb Perspect Med (Internet). 2018 Jul.
  2. Abildgaard, J,. A.T.Pedersen, C.J. Green, N.M. Harder-Lauridsen, T.P. Solomon. Et.al Menopause Is Associated with Decreased Whole Body Fat Oxidation During Exercise. American Journal od Physiology-Endocrinilogy and Metabolism 304.
  3. Dr. Stacy T. Sims, PHD, Autor of Next Level
  4. et al. Estrogen Regulates the Satellite Cell Compartment in Females. Cell Reports 2019
Isolation vs. Grundübungen: Was ist besser für Muskelaufbau und Hypertrophie?
Sind Isolationsübungen oder Grundübungen besser für Muskelaufbau? Erfahre, welche Muskelgruppen von Isolation profitieren und wie du beide Trainingsformen optimal kombinierst....
Exzentrisches Overload-Training: Führt akzentuierte Exzentrik wirklich zu mehr Muskelwachstum?
Exzentrisches Overload-Training verspricht mehr Muskelwachstum. Aber stimmt das? Erfahre, was Studien zur akzentuierten Exzentrik und Hypertrophie wirklich zeigen....
Schulterimpingement – Warum der klassische Erklärungsansatz überholt ist
Das Schulterimpingement (auch Impingement-Syndrom der Schulter) beschreibt angeblich eine Einklemmung von Sehnen und Weichteilen im sogenannten subakromialen Raum – also dem Bereich zwischen Oberarmkopf (Humerus) und Schulterdach (Acromion)....
Proteintiming: Spielt der Zeitpunkt für den Muskelaufbau eine Rolle?
Der Zusammenhang zwischen Proteintiming und Muskelaufbau wird seit Jahren intensiv diskutiert. Besonders im Krafttraining hält sich hartnäckig die Annahme, dass Protein unmittelbar vor oder nach dem Training konsumiert werden muss, um das sogenannte anabole Fenster optimal zu nutzen. Doch wie entscheidend ist der Zeitpunkt der Proteinaufnahme tatsächlich – und was sagt die aktuelle Studienlage?...
Künstlich gesüßte Getränke: Helfen sie beim Halten des Gewichts?
Können Light-Getränke wirklich beim Abnehmen helfen? Zwei große Studien belegen: Künstlich gesüßte Getränke behindern weder den Fettabbau noch fördern sie Heißhunger – im Gegenteil, sie können die Gewichtsreduktion sogar unterstützen....
Gewicht oder Wiederholungen im Krafttraining zuerst steigern?
Muss man für Fortschritt im Training das Gewicht erhöhen oder lieber mehr Wiederholungen machen? Eine neue Studie von Chaves et al. (2024) zeigt: Beide Strategien funktionieren gleich gut – entscheidend ist die konsequente progressive Überlastung....
Jetzt Teilen

Bildquellen